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Die unabhängige Beraterin vertritt in ihrem beruflichen Handeln keine ideologisch, politisch oder religiös motivierten Interessen, sondern gibt ihre empathisch wahrgenommenen Eindrücke der betreffenden Situation und Person/en weiter.

AAAttacke! ... Ich habe Panik!

Und: Ich sterbe nicht dabei. Sie bringt mich nicht um.

 

In der Klassifikation der Angststörungen wird zwischen der Realangst und der übertriebenen und damit krankhaft veränderten Angst unterschieden. Diese Trennung ist überflüssig, da es eine übertriebene Angst nicht gibt. Panikattacken sind psychische Reaktionen, individuell zu betrachten und niemals grundlos. Dem Betroffenen und den Außenstehenden erscheinen sie meist dennoch wie aus dem Nichts. Sie überwältigen aus dem Kontext gerissen. Beeinträchtigen, unverstanden und ihnen hilflos ausgeliefert, deutlich die Lebensqualität.

 

Ohne scheinbaren Anlass (ausgenommen sind organische Ursachen, Mangelerscheinungen, Hormonumstellungen sowie Drogenkonsum und Folge verschiedener Medikamente) sind wir plötzlich einer Todesangst ausgesetzt: Aufsteigende Hitze – Kälte. Es wird uns übel, das Herz beginnt zu rasen, die Wahrnehmung verengt sich, Seh- und Hörstörungen belasten uns. Wir bangen, verrückt zu werden, wir bekommen schlecht Luft, die Angst überwältigt uns immer mehr und wir wollen flüchten. Magenkrämpfe machen sich breit, manche erbrechen, klagen über Enge im Brustraum, andere befürchten, sie hätten einen Herzinfarkt. Von Kreislaufproblemen und einer nahenden Ohnmacht wird berichtet. Viele beängstigende Symptome mehr, sind möglich.

 

Eine Angstattacke ist eine überhöhte Reaktion des Körpers auf Furcht oder Stress. Wird der Mensch mit einer potentiell gefährlichen Situation konfrontiert, schüttet der Körper Adrenalin aus, um dadurch den "Flucht-oder Kampfinstinkt" auslösen zu können. Wird allerdings zu viel Adrenalin produziert, kann dieser Überschuss dem Menschen Gefühle des absoluten Terrors bescheren. Als ersten Lösungsansatz hier mit der Ursachenforschung zu beginnen, stellt sich eher als kontraproduktiv dar. Denn ich setzte mich damit noch mehr unter angstfördernden Druck.

 

 

Als erstes Gebot bei einer Panikattacke sehe ich die Realität zu erkennen: Ich sterbe nicht dabei! Sie bringt mich nicht um! Ich habe die Chance eine Attacke so zu gestalten, damit ich sie aushalten kann. Mehrere Möglichkeiten stehen mir zur Verfügung.

 

Nicht zu vergessen ist, hormonelle Umbrüche/Entwicklungen, bei Männern und Frauen, fordern oftmals mit den gleichen Symptomen einer Panikattacke heraus. Ebenso ist ein Drogenmissbrauch auszuschließen. Nachdem ärztlich abgeklärt wurde, dass somatisch keine Erkrankung vorliegt, fange ich nun an mitzuarbeiten:

 

Vielen ist eine Ablenkung willkommen. Ich kann bewusst im Anfall z.B. mich verstärkt sportlich betätigen. Ich hüpfe/tanze/renne sie weg, diese Panik. Ich lenke meine Sinne bewusst auf etwas in meiner Umgebung, fange z.B. leise an, Autos oder Menschen in der Umgebung zu zählen. Oder gehe bewusst meiner gerade ausgeübten Tätigkeit weiter nach. Ich lasse mir meine Panik nicht anmerken. Ich schiebe z.B. bewusst, wenn auch mit Höllenqualen, den Einkaufswagen weiter und bleibe in der Schlange vor der Kasse stehen. Und was passiert? NICHTS! Vorsorglich lege ich mir ein Gedankenmuster zurecht, welches mir hilft, auszuhalten. Ich gehe bewusst weiter zur Arbeit, zur Schule usw..

 

Denn es passiert mir nichts! Ich werde nicht dabei sterben! Haben wir diesen bedrohlichen Zustand einmal realisierend ausgehalten, sind wir hier gefeit vor der noch dazukommenden Angst, wie halte ich eine weitere Panikattacke aus. Sie sind auszuhalten und wir gehen lebend aus ihnen hervor. Hier sogar gestärkt.

 

Dann sind einige Notfallmedikamente naturheilkundlich, homöopathisch und schulmedizinisch auf dem Markt. Ich darf mich damit ausstatten, um immer einen sicheren Notfallhelfer beiseite zu haben. Ein Benutzen dieser Medikamente wird immer weniger nötig, denn allein die Sicherheit, die sie einem Betroffenen geben, zählt. Entspannungspraktiken sind zusätzlich hilfreich, sowie fehlende Vitalstoffe aufzufüllen. Denn hier liegt aufgrund der permanenten Angstanspannung meist eine beträchtliche Verschiebung der Hormone somit folgend der Vitalstoffaufnahme vor. Beheben wir dieses Defizit, entspannt sich der Mensch und kann den Schritt nach vorne anGEHEN.

 

 

Es gibt Personen, welchen ich mich im Notfall anvertrauen kann und allein schon durch ein Gespräch wieder zur emotionalen und körperlichen Fassung gelange. Wichtig hierbei ist, diese Strategie auch nur als "Notfallmedikament" zu nutzen.

 

Wir können also einen schweren vegetativen Angstanfall, auch wenn wir ihn einfach nur annehmen, und das ohne großer Aufmerksamkeitserregung, aushalten. Und genau darum geht es hauptsächlich bei dem Grad einer "Psychischen Ver(w)irrung". Wie viel halte ich aus, und wie wichtig nehme ich mich in solch psychisch schwierigen Situationen und Zeiten. 

 

Die Ursache unserer Panik finden wir heraus, wenn wir uns dem öffnen, was unser Körper anzeigt. Mannigfaltige Gründe gibt es dafür. Allein, wenn wir uns immer wieder Situationen aussetzen, die wider unserer Natur und unserem Wollen sind, sind wir anfällig. Es muss nicht zwingend ein einschneidendes Erlebnis in der Kindheit, Jugend oder im Erwachsensein als Wurzel gesucht werden. Mitunter fühlen wir "Etwas" und können dieses Gefühl aber nicht annehmen, geschweige denn, einordnen. Wir unterdrücken es und verdrängen. Eine Panikattacke weist uns auf dieses Unterdrücken/Verdrängen hin. Wir verlangen zu viel oder zu wenig von uns, unsere Erwartungen, Ansprüche, Leistungen und auch Wünsche sind zu hoch und zuweilen sogar zu niedrig gesteckt. Es bleibt dem Körper nichts anderes, als ÜBER zu reagieren, denn er wird hier stetig ÜBERfordert, dies gleichsam bei einer UNTERforderung.

 

Einer wichtigen Frage stellen wir uns: Möchte ich mit diesen Panikattacken etwas erzwingen, bewusst oder unbewusst?!

 

Eine neue Lebensanpassung ist nötig, ich werde erwachsen, ich muss nun für mich selbst Verantwortung tragen, mein Partner hat sich von mir getrennt, ein Elternteil ist gestorben, die Kinder verlassen das Haus usw.. Ich kann und will mich damit nicht abfinden, geschweige denn, der neuen Situation anpassen.

 

Hochsensibilität ist eine der Ursachen für plötzliche Panikattacken. Hier handelt es sich um eine besonders intensive tiefe Wahrnehmungsfähigkeit, der man auf einmal nicht mehr gewachsen ist, weil sämtliche Wahrnehmungen nicht mehr einzuordnen sind. Hier darf man lernen, diese als Gabe zu verstehen und sie förderlich zu nutzen. Wiederum ein Lernprozess, den es zu bewältigen gilt und dem man sich anpassen muss, um sich zu beruhigen. Aufklärung zu Umgangsstrategien und stetes Fordern sind hier ebenfalls nötig.


FAKT: In den nur wenigen Minuten (schlimmstenfalls Stunden) eines Panikzustandes spüren wir uns intensivst. Dies ist vielen vor und nach der Attacke in solch einem Ausmaß gar nicht möglich. Unsere Gefühle entstehen immer als Folge unserer Gedanken, Wünsche, Erwartungen und unseres Erlebten. Eine Panikattacke ist hier ein extrem gebündeltes verkanntes Gefühl. Deshalb hilft auch bei diesem Syndrom ein Umdenken. Die Richtung entdeckst DU.

 

Vorerst trösten wir uns damit: Panikattacken sind heilbar. Es besteht KEINE Gefahr! ICH sterbe nicht! Deshalb passiere ICH diesen Weg. Und sehe ihn als Herausforderung zur Erkenntnis und Stärkung meines Selbst. ICH lerne Panik auszuhalten, um in Ruhe mich und mein Leben wieder neu zu sortieren!

 

 

 

 

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